Der Lernbereich Training und Transfer ist in Betrieb

Der Lernbereich Training und Transfer (LTT) ist am 1. Oktober 2020 mit dem neuen Curriculum des BZGs in Betrieb gegangen und ein wesentlicher Bestandteil der neuen Ausbildung am BZG Darmstadt.

Dieser ergänzende Lernbereich stellt einen vom Lernbereich Theorie des BZGs und von der Praxis sowohl strukturell als auch örtlich abgegrenzten Teil des beruflichen Lernens dar. In einem geschützten Rahmen wird ein handlungsorientiertes Training, ein gezieltes Üben und eine strukturierte Reflexion von Haltungen und Handlungen ermöglicht.

Im Zentrum dieses patientenfernen Raumes unter realen Arbeitsgegebenheiten stehen die Anwendung und die Vertiefung erlernter Wissensinhalte und deren Anknüpfung an die erworbenen praktischen Erfahrungen. Dabei steht neben Fähigkeit zur Reflexion und Problemlösung auch die Analyse von Handlungen im Mittelpunkt. Die durch systematisiertes Üben erreichten Kompetenzen im Handeln und die Übertragung allgemeingültiger Prinzipien auf verschiedene Fallbeispiele geben den Auszubildenden Grundlagen zum Umgang mit realen, konkreten Situationen in den verschiedenen Ausrichtungen des Arbeitsfeldes Pflege. In der wechselseitigen Auseinandersetzung mit Wissen und Fertigkeiten entwickeln die Auszubildenden sowohl Sicherheit, als auch professionelle Handlungskompetenz (Landwehr, 2003).

Zur Gestaltung des Lernens im Lernbereich Schule LTT eignet sich das „Cognitive Apprentice-Ship“-Modell (CAS), adaptiert auf die Merkmale des gemäßigten Konstruktivismus. Das CAS-Modell stellt eine Synthese von Schule und traditioneller Berufslehre dar und basiert auf der Gestaltung konstruktivistischer Lern- und Lehrumgebungen. Die Auszubildenden erlangen in sechs Phasen schrittweise berufsspezifisches Wissen und Können und verknüpfen „implizites Wissen“ mit „explizitem Wissen“ und umgekehrt (Landwehr, 2003). Sie erwerben Skills der Selbstkontrolle, der Selbstkorrektur und Selbstverantwortung. Sie begeben sich auf den Weg von der Anfängerin zur Expertin (Benner, 2000). Damit eignet sich dieses Modell zur Entwicklung und Festigung beruflicher Kompetenzen. Je nach Lernsituation- und inhalt steht die eine oder andere Phase des Modells stärker im Vordergrund.

Der Anteil des LTTs beträgt am BZG Mathildenhöhe für die schulische Ausbildung circa 10%. Neben den Training & Transfer Tagen und dem eigenständigem Üben finden noch Kommunikationstrainings und OSCEs (Objective structured clinical examination) mit SimulationspatientInnen statt.

Im Rahmen des neuen Pflegeberufegesetzes etablieren sich die Kompetenzen zunehmend als wichtige Standards, die es zu überprüfen gibt. Der OSCE ist ein flexibles Testformat und beinhaltet das Durchlaufen von unterschiedlichen Stationen. Jede Station verfügt über ein anderes Szenario. An den verschiedenen Stationen werden die Auszubildenden sowohl in Kommunikation, Entscheidungsfindung, Umgang mit Simulationspatienten als auch in ihrer Handlungsfähigkeit geprüft (Schlegel, 2018).

Für die Vorbereitung der Auszubildenden auf die OSCE-Stationen wird das BZG Darmstadt ebenfalls einen klar definierten Lernbereich mit dem Kommunikationstraining 1:1 (KT) und dem Kommunikationstraining „Time in / Time out“ durchführen. In diesen Trainings steht die Reflexions- und Feedbackmöglichkeit mit dem Simulationspatienten, der Lehrkraft sowie der Peer Group (bei Time In & Time Out) im Vordergrund.

Literaturverzeichnis

Benner, P. (2000). Stufen zur Pflegekompetenz, Verlag Hans Huber

Landwehr, N. (2003). Der dritte Lernort und seine Bedeutung für ein transferwirksames Lernen, Pr-InterNet, 12(03), S. 254-263.

Schlegel, C. (2018). OSCE – Kompetenzorientiert Prüfen in der Pflegeausbildung, Springer Verlag

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