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Interview mit Julian Först zum Umzug des BZG

„Wir standen vor einem dreifachen Wandel“

Stellen sie sich vor, sie arbeiten am Bildungszentrum für Gesundheit (BZG) in Darmstadt und dann kommen gleich drei große Veränderungen auf einmal auf sie zu: Erstens krempelt die neue Ausbildung zur Pflegefachkraft den gesamten Lehrplan um. Zweitens steht ein Umzug der kompletten Schule in einen anderen Stadtteil an, und drittens gibt es noch Corona – mit neuen Konzepten und virtuellen Lernorten. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen also vor einem dreifachen Wandel – eine Mammutaufgabe“, sagt Julian Först, stellvertretender Schulleiter und Pädagoge für Pflege- und Gesundheitsberufe.

Auch für die Lernenden waren die Herausforderungen enorm. Geholfen haben „Geduld, und dass wir alle etwas Neues ausprobiert haben“, sagt er rückblickend. „Das war ein sehr intensives Jahr. Umso stolzer sind wir jetzt, dass wir es geschafft haben.“

„Das ist eine riesige Verbesserung!“

Der Umzug der Pflegeschule vom Stadtzentrum in der Dieburger Straße in den eigens umgebauten Gebäudekomplex in Eberstadt gleicht einem Quantensprung. Großzügig geschnittene Räume mit großen Fenstern – alles voller Licht und Weite. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es einen kombinierbaren Konferenz- und Pausenraum sowie eine Terrasse. Außerdem ist man mitten im Grünen und schnell an der frischen Luft. „Das ist eine riesige Verbesserung!“, sagt der stellvertretende Schulleiter.

Die neuen Räumlichkeiten schaffen zugleich Spielraum für die moderne Wissensvermittlung. „Wir sind sehr froh, unsere Idee vom Lernen im 21. Jahrhundert hier umsetzen zu können“, so Först. Das Herzstück hierzu ist der neue Lernbereich Training und Transfer (LTT). „Das ist die interessanteste und größte Neuerung“, sagt Först. Dieses Skills Lab ist der Station einer Klinik nachempfunden und hat zehn Betten, ein Bad, vier Einzelräume, ein Zweibett- und ein Vierbett-Zimmer. Hier findet der fachpraktische Unterricht statt.

Mehr Sicherheit für die Praxis gewinnen

Einmal pro Woche üben die Lernenden die pflegerischen Tätigkeiten und das klientenzentrierte Gespräch. Mit Hilfe von Schauspielpatienten werden Szenarien aus dem Klinikalltag nachgestellt – alles gemäß eines Drehbuchs.

Neben der Klinik und des Klassenzimmers ist das der dritte wichtige Lernort. „Die Auszubildenden können sich in einem geschützten Rahmen ausprobieren, Fehler machen, sich Feedback holen und so mit größerer Sicherheit in die Praxis gehen“, erklärt der passionierte Ausbilder.

Neben dem Umzug war die zweite große Herausforderung, das neue Curriculum für die zum ersten Oktober neu aufgesetzte generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau/mann zu entwickeln. „Zum ersten Mal in Deutschland gibt es dazu einen Bundesrahmenlehrplan. Wir haben uns darauf eineinhalb Jahre vorbereitet, diesen umzusetzen und den fachpraktischen Fokus integriert“, erläutert Först.

Damit setzt die Schule einen neuen Schwerpunkt in der Ausbildung hin zu mehr Handlungskompetenz. „Wir arbeiten nach dem 4-K-Modell, das hier besonders gut angewendet werden kann.“ Die vier „K“ stehen für Kollaboration, Kommunikation, Kritisches Denken und Kreativität. „Das sind unsere zentralen Aspekte beim Lernen und wichtig für die moderne digitale Gesellschaft“, so Först.

Modernste Pflegeschule in Südhessen

Ansonsten profitieren die Lernenden neben weiteren Unterrichtsräumen von der Lernlounge – einem ansprechenden Aufenthaltsbereich mit Handbibliothek und gemütlichen Tischgruppen – perfekt zum Lernen und sich Austauschen. „Diese angenehme Atmosphäre motiviert sehr, sich auszuprobieren und zu lernen“, fasst Först zusammen.

Hinzu kommt die moderne technische Ausstattung. In allen Räumen stehen digitale Tafeln, auf denen sich von Powerpoint bis zum interaktiven Video alles darstellen lässt. W-Lan ist im ganzen Haus frei verfügbar. „Man kann sagen, dass es sich um die modernste Pflegeschule in Südhessen handelt“, bestätigt Först. „Wir können eine praxisfundierte Ausbildung anbieten, um die Pflegekräfte von morgen gut auf die Herausforderungen vorzubereiten.“

Julian Först liegt dabei vor allem die Wertschätzung für den Pflegeberuf am Herzen. „Mir ist wichtig, dass ein junger Mensch sagt: ‚Das ist herausfordernd, das macht Spaß, ich mache einen Beruf, in dem ich mich für andere einsetzen und mich als Person weiterentwickeln kann.‘ Das ist einfach toll, und das hat der Pflegeberuf auch verdient.“

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